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Tag 3

Hardcore. Das ist das erste Wort das mir einfällt wenn ich nun schon im wunderbaren Gasthof zur Sonne in Aschach mittlerweile liegend an den heutigen Tag und die Etappe von Wesenufer bis hierher zurückdenke. Beginnen wir aber von vorne. Ich erwache noch zu stockdunkler Nacht do gegen 5:00 Uhr früh im „Seminarkultur an der Donau“. Wohl die Aufregung vor der heutigen Etappe. Um 8:00 Uhr geht es dann in den Wintergarten zum Frühstücksbuffet, welches zwar nicht so üppig wie in der Herberge des Vortags ausfällt aber bei Weitem ausreicht, um wohlgestärkt die Königsetappe meiner Donausteigtour zu bestreiten. Und die hat es in sich. Frohen Mutes mache ich mich gegen 09:00 Uhr auf den Weg. Das Wetter am Vormittag ist überraschenderweise sehr angenehm und erzeugt auch eine wunderbare Stimmung im Wald – Wolkenfetzen schweben hin und her zwischen den Bäumen – alleine von diversen Ausblicken und dem Panoramaweg werden solche Bedingungen nicht goutiert. Man sieht nämlich nicht das, was man sehen möchte bzw. erwartet bzw. im Reiseführer steht. Aber schön ist es allemal. Und anstrengend. Donauleiten rauf, Donauleiten runter, Donauleiten rauf, Donauleiten runter – so geht das mehr oder weniger fast den ganzen Tag dahin. Aber nicht so schnell. Mein Mittagessen nehme ich im Gasthof Donauschlinge ein. Der Schweizer Wurstsalat (haben den eigentlich die Schweizer erfunden?) ist ausgezeichnet, aber die Leberknödelsuppe kann mit der vom Vortag niemals mithalten. Erwähnte ich schon, dass es just in dem Moment, als ich das Restaurant betrete ziemlich böse zu regnen beginnt? Viel mehr Sorgen macht mir allerdings – und ich bin durchaus vorsichtig wenns um Klischees oder Allgemeinplätze geht – die Zusammenrottung deutscher Campingtouristen an den Tischen gegenüber. O.k., Kopf schütteln und abhaken. Habe ja auch wichtigeres zu tun, nämlich dem lieben Herrn Tips-Redakteur Jürgen Affenzeller Fotos für die nächste Zeitungsausgabe zu mailen. Dialog zwischen mir und der Bedienung: „Frage, hobts ihr do an Internetzugong“ – „Na sowos homma net, i hob nur mei privates oba des geht do a net gscheit“ Sehr super finde ich das. Nichtsdestotrotz gelingt es mir, die gewünschten Bilder zu übermitteln, was mir allerdings massiv Zeit kostet, sodass ich erst gegen halb 2 aus dem Gasthaus rauskomme und mich bei geöffneten Himmelsschleusen beregenpellerint die Donauleiten hinauf zum Schlögener Blick quäle. Die Wege sind bei diesem Wetter teilweise wirklich nicht unbedingt allerfeinste Sahne. Gatschig, rutschig, morastig, sumpfig, etc. Aber alles halb so wild. Nun kommen wir zu meinem persönlichen Highlight des heutigen Tages: und nein, es ist nicht jene Spinne, die ihr Netz auf Kopfhöhe quer über den Weg gespannt hat und auch nicht der Kollege von der FF Waldkirchen, der freundlich meint: „waunst am vormittog scho brav bist, iss am nochmittog nimma so drawi“. The winner is folgende story: Ich bekomme ein SMS (kommt öfter vor auf meiner Tour) und denke mir aber „Mich leckt’s am Oasch jetz grod“. Etwa 15 Minuten später bleibe ich kurz stehen und krame das Handy hervor. Genau in diesem Moment blinzelt mich ein Feuersalamander vom Boden aus an. Als Stadtkind für mich natürlich eine Sensation. Und natürlich mache ich auch gleich ein Foto. Sehr schön. Auch einige – wie nennt man das – wildlebende (?) Rehe kreuzen hie und da meinen Weg. Wanderer sind allerdings nicht wirklich welche unterwegs – no na net, bei diesem Wetter ist das part of the game. Die letzten 10 Kilometer gehen dann schon wirklich ordentlich rein und Blacky, der Hund auf einem Bauernhof am Weg jagt mir halbwegs einen Schrecken ein – ist aber dann doch ein ganz braver und muss sogar angeleint werden, um mich nicht weiterzubegleiten. Was soll ich sagen – total kaputt erreiche ich aschach und finde mich im Gasthof zur Sonne ein, wo ich jetzt auch dank meiner lieben ehemaligen Arbeitskollegin Claudia ein Zimmer bekommen hab – weil was mit der Reservierung nicht geklappt hat und sie ja Gott und die Welt kennt (so auch die Hauswirtin), und außerdem Danke für die Begrüßung – ja, es hat tatsächlich jemand am Zielort auf mich gewartet, und den Fußlabello, den ich gleich austeste. Womit wir bei meinem Füßen wären – und wie war das bei Forrest Gump (glaub ich): wenn man nichts nettes sagen kann soll man gar nichts sagen. Also kein fußtechnischer Kommentar! Ich hoffe, ich kann morgen wieder gehen!

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