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Tag 6

Mein Tag beginnt eigentlich wie ein regulärer Arbeitstag. Aufstehen, ins Büro düsen, Frühstück einkaufen und mal ein Ciabbata (schreibt man das so?) mit Schinkenspeck reinstellen. Bin deswegen ins Büro gefahren, weil dort die Internetleitung turbomäßig ist, und ich noch gleich die Videos der ersten 3 Tage auf dorfTV uploade. Dann noch ausnahmsweise erst heute die Blogzusammenfassung für den gestrigen Tag schreiben – nachdem ich gestern daheim Station gemacht habe, hab ich mir diese abendliche Auszeit gegönnt. Nebenbei versuche ich gleich noch die Situation zu nutzen und Videos zusammenzuschneiden, was aber an der Instabilität des verwendeten open-source-Programm scheitert. Ich beschließe, die Videos am Sonntag fertig zu machen und konzentriere mich schön langsam auf den vor mir liegenden Weg. Ein Tschüss an die ArbeitskollegInnen und raus aus Linz. Gleich nach dem Ortsende gesellt sich der Donausteig für eine Weile zum Brucknerweg, jenem Weg, den Anton Bruckner überlieferterweise immer von St. Florian nach Linz genommen hat.

In St. Florian angekommen führt mich der erste Weg natürlich ins Stift um mir das mal aus der Nähe anzusehen. Erstens schön kühl, und zweitens selbiges ohne kühl. Also alles eh recht nett, aber es drängt mich natürlich weiter Richtung Enns. Am Marktplatz genehmige ich mir noch eine Kugel Bananeneis und denke mir, dass ich die Trinkwasserflasche eigentlich auch in Tillysburg auffüllen kann. Wasser ist wichtig – gerade an so einem Tag. Es ist ziemlich heiß und der Weg führt nicht selten in der prallen Sonne durch Wiesen und Felder. Nach einer Weile des Gehens erreiche ich Tillysburg. Ein sehr schönes Schloss mit angrenzendem Golfplatz. Das ist ja nicht ganz so mein Ding und außerdem ist mein letzter Golfkurs knapp 20 Jahre her, da gehe ich lieber wandern. Aber jetzt kommt die Story:

„Auf schrägen Wegen durch Tillysburg“

Ich schlendere in voller Montur von der Vorderseite des Schlosses Tillysburg über den Parkplatz in Richtung einem Haus, das sich offensichtlich als das Clubhaus herausstellt. Vorbei komme ich an einer Art Trockenübungsplatz vor dem Clubheim wo ein aufgrund seines körperlichen Augenscheins myokardinfarktgefährdeter Mitdreißiger einem Jungspund die richtige Körperhaltung beim Abschlag versucht beizubringen und vorzuzeigen. Großes Kino. Mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen betrete ich das Haus und werde nach in etwa 2 Schritten in diesem Gebäude schon von einer Blondine, die mit Sicherheit seit fünf oder sechs Jahren 29 ist, mit Blicken getötet. Umgehend erspähe ich den Eingang zum Restaurant und husche die paar Stufen hinauf. Gähnende Leere – die High Society hat es sich auf der Terrasse gemütlich gemacht, drinnen ist niemand bis auf 2 Kellner, wobei der eine wahrscheinlich so etwas wie ein Oberkellner ist und der andere sein Untergebener.

Ich starte im leeren Restaurant direkt zur Bar hin – Platz nehmen wollte ich nirgends, denn mir ist schon klar, dass es wohl kaum überschwängliche Freude erregen wird, wenn ich mit meinen verschwitzten Sachen die ach so schönen Sessel besudle. Cirka 2 Meter vor der Theke erkläre ich mich: „Bei euch bekomme ich sicher schnell ein großes Soda-Zitrone“. Der Oberkellner, der mich schon beim Eintreten 3 x von oben bis unten gemustert hat sieht mich ungläubig an und – und das ist die Härte – fragt mich: „Haben Sie etwas mit Golf zu tun, kennen Sie sich aus?“ Wie find ich das denn. Erstens ist es nach meiner bescheidenen Einschätzung völlig irrelevant, ob ich mich wenn ich durstig bin mit Golf auskenne. Zweitens kenne ich mich natürlich damit aus, aber nochmal: wo ist die Relevanz? Und drittens sehe ich wohl kaum aus wie jemand der gerade am 14er-Loch knapp an einem Eagle vorbeigeschrammt aber noch einen Birdie „dakröit“ (ich glaub hochdeutsch würde man schreiben erkreilt, also „gerade noch geschafft“) hat. Nichts desto Trotz antworte ich auf die Frage des Oberkellners mit einem kopfschüttelnden „Nein“. Darauf seine Entgegnung: „Wissen Sie, wir sind kein öffentliches Restaurant hier, wir sind ein Club.“ Soweit mal das, was seine Lippen gesagt haben, sein Körper und sein Gesicht haben eher geklungen nach: „Schleich dich, sowas wie dich wollen wir hier nicht haben“.

Etwas verwundert nehme ich die Situation zur Kenntnis, denke an meine Wasservorräte und schleudere ihm ein „Kann ich mir wenigstens meine Wasserflasche auffüllen?“ entgegen. Nach der zweiten Tötung durch Blicke innerhalb von 5 Minuten entledigt er sich eines „Ja“ und macht sich schnurstracks davon. Etwas verdutzt stehe ich da, setze meinen Rucksack ab, hole meine Wasserflasche heraus und trinke das darin noch befindliche Nass um Platz für neues zu schaffen. Nachdem dies erledigt ist wende ich mich grinsend an den anderen Kellner, der hinter der Theke so tut als sei er beschäftigt, mit den Worten: „Frage, wo krieg ich denn das Wasser her?“. Ein Blick genügt und wir wissen beide, dass wir uns weder unfreundlich noch sonst irgendwie negativ gegenüber stehen. Er nimmt meine Flasche und befüllt sie randvoll mit eiskaltem Wasser aus der Schank. Wir wechseln ein paar Worte; er versucht sich mir gegenüber für das Verhalten seines Oberkellners zu rechtfertigen, ich erkläre ihm, dass ich kein Problem damit habe (weil ja nicht er, sondern der Oberkellner ein Arschloch ist – was ich natürlich nicht sage sondern nur denke), packe mich zusammen und verabschiede mich mit den Worten: „Wünsche dem Herren noch einen angenehmen Tag zu verbringen.“ Grinsend antwortet er noch und ich ziehe weiter. So behandelt man also in diesem Restaurant potenzielle Kunden – sehr sauber!

Und das ergibt schon wieder eine Challenge: ich werde morgen als Nicht-Club-Mitglied mal versuchen einen Tisch in dem Golfplatzrestaurant des Golfclub Linz in Tillysburg zu reservieren – mal schaun ob das möglich ist 😉

Aber weiter im Text. Ich wandere also wieder über Wiesen und Felder, als mich eine Challenge der TIPS-Redaktion erreicht: Grüße an die Community. Also bitte: das ist doch für den aktuellen Coverboy der Linzer Ausgabe keine Herausforderung! Quick and dirty produziert und geht schon…

Ich komme nach Enns und mein erster Weg führt mich auf den Stadtturm. Es ist halb sechs Uhr und natürlich übersehe ich die Warnleuchten, sodass ich genau pünktlich zum Glockenschlag ungefähr 4 Meter Luftlinie unter der Glocke bin. Es ist schön, wenn das Dröhnen wieder nachläßt! Das alles hindert mich aber nicht daran, ganz empor zu steigen und dort noch ein kleines Video zu drehen bevor ich mich dann auf dem Ennser Stadtplatz breitmache und mir ein Eis genehmige.

Und zu allerletzt das romantische Highlight dieses Tages: ich bin auf dem Weg in meine heutige Unterkunft die sich „Zum Römer“ nennt (nebenbei: absolut coole Hütte und äußerst empfehlenswert – mehr dazu auf der Unterkünfte-Seite) und komme an einem Park an der Enns vorbei, wo ein Pärchen, beide so um die 25 gerade am küssen ist. Als ich mich nähere – ich muss da vorbei – haben sie aber ohnehin schon aufgehört und ich frage die beiden: „Ihr könnts mir sicher sagen wo der Römer ist!“ – das war also gar keine Frage sondern eine Feststellung. Antwortet der junge Mann: „Nein leider nicht, wir kennen uns hier auch nicht so aus – ich bin aus Linz und sie ist aus Perg!“ Mah bitte, wie sweet ist denn das? Er aus Linz, sie aus Perg und treffen tun sie sich in der Mitte in einem Park an der Enns. Also ich finde das romantisch.

Und jetzt wird noch das Gute-Nacht-Video aufgenommen und dann heißt es schlafen gehen, weil das coole ist, dass es hier beim Römer schon ab 6.00 Uhr ein Frühstücksbuffet gibt, und ich morgen bald losgehen möchte wegen der Hitze und so…

In diesem Sinne 😉

Bis später!

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Tag 5

Ich erwache gut gelaunt und mache mich sogleich im Gasthof „Schwarzer Adler“ auf den Weg in den Frühstücksraum. Neben den 2 obligaten Semmeln beglücke ich meinen Magen auch noch mit einem Frühstücksei. Nach der Dusche und dem Zusammenpacken meines ganzen Krempels veraschiede ich mich vom sehr freundlichen Hauswirten und fülle meine Wasserflasche direkt am Trinkwasserbrunnen vor dem Hotel auf – nicht nur H2O-technisch, sondern auch ästhetisch ein Genuss. Entlang der Donau geht es dann in Fließrichtung weiter bis ich in den Wald abbiege und die erste Steigung beginnt. Verfolgt werde ich zu dem Zeitpunkt von 3 netten Damen, die am „Stamperlweg“ (eine Wanderrunde bei Ottensheim) unterwegs sind. Ich genieße den herrlichen Ausblick zurück auf die Donau, Wilhering, das Kraftwerk und Ottensheim und troote entlang des Weges, der sich primär bergauf durch Wäler und Wiesen schlängelt. Und es wird wärmer. schon nach wenigen Kilometern ist die Wasserflasche fast leer.

Aber das gemeinste ist: Die Beschilderung auf dieser Etappe lässt durchaus zu wünschen übrig. Manchmal sind gar keine Kilometerangaben darauf, dann kommt wieder ein Schild mit der Angabe „Pöstlingberg 1,7 km“ damit man 200m weiter auf ein Schild mit „Pöstlingberg 2,2 km“ trifft. Irgendwer hatte da beim Wegweiseraufstellen wohl nicht ganz den Durchblick… Und natürlich kommt es wie es kommen muss – ich verlaufe mich (was aber weniger an den Schildern liegt sondern mehr an meiner Unfähigkeit die Karte im Reiseführer richtig zu lesen). Nach gefühlten 137 Blicken auf das Kartenmaterial habe ich ungefähr eine Ahnung, wo ich hinmöchte. Naja, ich sehe ja auch die Pöstlingbergkirche schon in etwa 1,5 km Luftlinie vor mir. Ich versuche einen Wanderweg zu finden und frage beim nächsten Bauernhof um Rat. Der dortige Altbauer erklärt mir kurz die Richtung, in der es einen Wanderweg geben sollte – alleine ich finde ihn nicht und finde mich selbst im tiefsten „Holz“ wieder. Das hat man davon, wenn man querfeldein über Wiesen (aber immer nur am Rand!) und durch Wälder streift. Mit dieser Aktion vertrödle ich sicher 1-2 Stunden, bis ich endlich auf einer Forststraße, die sich vor mir aufgetan hat, schreitend wieder einen Wanderweg finde. nun ist die Frage: links oder rechts? Ok, zuerst links, nach 300 Metern macht der Weg eine Kurve weg von meinem Ziel – wieder retour, diesmal in die richtige Richtung und man glaubt es kaum – ich finde mich nach einiger Zeit des Wanderns wieder auf der Mutter aller Wege – dem Donausteig – wieder. Nun denn aber rasch rauf zum Pöstlingberg und nach Linz.

Warum rasch? In Linz angekommen führt mich mein Weg sogleich ins Büro um dort mit einer rasanten Internetverbindung die ersten drei Videos auf Facebook zu stellen. Danach ist Kultivierung angesagt, denn um 18.00 Uhr bin ich zu Gast im FROzine auf Radio FRO 105.0 MHz wo ich mich mit Redakteurin Pamela über meine Wanderung unterhalte. Heute ist Medientag, denn danach geht es gleich weiter zu dorfTV, wo ich als Gast bei Andi Wahl im „Dorfgespräch“ über das alles hier ausführlich Auskunft gebe und erzähle. Und um es kurz zu halten: Danach gehts ab nach Hause und rein ins kuschelige eigene Bettchen! Gute Nacht!

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…und zwar sicher morgen und nicht übermorgen! Ich denke mal, es ist angerichtet und die Donausteigtour kann losgehen! Und natürlich plagen auch mich jene kleinen Geister im Kopf, die ständig suggerieren: „irgendwas vergesse ich sicher – nur habe ich keine Ahnung was es ist“. Deshalb eigentlich nur für mich nochmal die Packliste in aller Kürze zusammengefasst:

Regenponcho, Donausteig-Kapperl und Donausteig-Funktionsjacke, diverse andere Kleidung (Pulli, T-Shirts, Wanderhosen und -hemden, Socken, Shorts, Schlafleiberl,…), Toiletttascherl (inkl. Zahnputzzeug, Seife, Pflaster,…), Handtuch, Wanderschuhe, Neoprenslipper, Sonnenbrille, Laptop (inkl. Netzteil), Smartphone (inkl. Ladegerät), Fotokamera (inkl. Ladegerät), Schweizermesser, Sonnencreme, Hirschtalg, Trinkflasche, Kartenmaterial und Reiseführer, Donausteig Sagenbuch, Übernachtungen und Verpflegung sind auch gecheckt – sollte ich etwas vergessen haben, bitte um Hinweis bis morgen 08:30 Uhr früh auf der Facebook-Seite!

Abfahrt morgen um Viertel nach 10 am Linzer Bahnhof (davor noch ein kurzer Fototermin). Nach der Ankunft in Passau wird gleich losgewandert! Die Videos, die ich im Laufe der Tour produzieren werde, werden wohl immer so gegen 20:00 Uhr für den jeweiligen Tag online gestellt und auf youtube, in diesem Blog und auf Facebook anzusehen sein (ich denke, das sollte sich immer halbwegs ausgehen… – als kleine Konkurrenz zum Hauptabendprogramm) 🙂

Weiters gibt es auf dem Blog natürlich immer am Abend den Tagesbericht zu lesen (mit Fotos), auch das wird auf Facebook gepostet. Für wirklich ganz aktuelle Statusinformationen gibt es dann die Twitterleiste rechts auf dem Blog bzw. auch Statusupdates auf Facebook.

Auf der Challenge-Seite des Blogs werden sowohl die Herausforderungen angeführt, als auch die Beweise für die Erfüllung erbracht!

Am Mittwoch, dem 17.08.2011 wenn ich in Linz Zwischenstation mache bin ich dann im FROzine (18:00 – 19:00 Uhr) auf Radio FRO und im Dorfgespräch (20:00 – 21:00 Uhr) auf dorfTV zu Gast. An selbigem Tag sollte auch die Tips wieder das Sommerloch mit mir füllen können…

Habe ich irgend etwas wichtiges vergessen? Das weiß niemand! 😉
Deshalb werde ich heute bald zu Bett gehen, mich ausschlafen und von den kommenden Tagen träumen!

Man liest sich,
euer Ollie

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