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Finish

Das war’s. Meine Wanderung am Donausteig von Passau nach Grein ist nun zu Ende.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen LeserInnen und Lesern des Blogs bedanken und hoffe, ihr hattet etwas Spaß und Unterhaltung…
Des weiteren gilt mein besonderer Dank der Werbegemeinschaft Donau OÖ, die mich hier absolut genial unterstützt haben, ebenso wie den Medienpartnern TIPS, Radio FRO und dorfTV.

Mal sehen, was es nächstes Jahr im Urlaub zu erwandern gibt… 🙂

In diesem Sinne eine schöne Zeit wünscht euer

Ollie

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Tag 8

Ich stehe heute wieder relativ früh auf, um auch entsprechend aufbrechen zu können. Nach einer ausgiebigen Dusche und einem absolut genialen Frühstück im Gasthof Manner in Perg mache ich mich auch schon des Weges auf der Schlussetappe. Grein – mein heutiges und mein Endziel! Bis dahin sind es aber noch gut 33 Kilometer, von denen ich die ersten 12 an der Naarn entlang schreite. Fad, fad, fad. Hier geht es kerzengerade und eben am Fluss dahin und zu allem Unbill ist mir auch noch der Akku für meine Fotokamera ausgegangen. Also keine Teilnahme am Fotowettbewerb im Strudengau.

Ich bin ziemlich schnell unterwegs und erreiche etwa eine dreiviertel Stunde vor dem Zeitplan das Keltendorf Mitterkirchen. Hier erfülle ich meine erste Challenge des Tages (Wieviele Gebäude stehen dort – 21). Es laufen hier gerade die Vorbereitungen für irgendeine Fernsehgeschichte; naja, mir kann das egal sein und schon bin ich auch wieder auf dem Weg nach Baumgartenberg. Ich muss das Labyrinth finden, welches sich irgendwo im Kloster befindet, stehe aber vor verschlossenen Pforten. Zum Glück kommt gerade eine nette ältere Dame vorbei, die mich zum Hintereingang bringt, wo ich problemlos ins Kloster komme und nach kurzer Suche in einem wunderschönen kleinen Park das Labyrinth entdecke. Challenge gemeistert und auch die erste kleine Überraschung der Region Strudengau erwartet mich – ein Kuvert mit Infomaterial und einem Energy-Drink; den kann ich sicherlich noch brauchen. Es geht wieder bergan in Richtung Burg Clam. Oben angekommen finde ich meine zweite Überraschung nicht. Ganz einfach weil sie nicht mehr da ist! Die netten Damen oben in der Burg haben sie vorsichtshalber mit in ihren Shop genommen, wo ich sie dann auch entgegennehme – mit einem Seiterl Kaolin-Bier drinnen. Es ist wunderschön hier heroben aber obwohl ich noch immer vor dem Zeitplan bin mache ich mich beschwingten Schrittes gleich wieder auf hinunter nach Klam und dann durch die Klamschlucht (auf deren Aussichtsplattform ich neben einer schönen Aussicht auch die dritte Überraschung vorfinde und eine Challenge erledige). Und ich bin so schnell unterwegs…

Durch Saxen (ohne das Naturinformationszentrum zu finden) durch und dann wirds wieder hügelig – und zwar ziemlich. Die Sonne brennt ordentlich und die Steigungen haben es ganz schön in sich. Bisher habe ich schon meinem Körper notwendigerweise schon wieder etwa 2,5 Liter Wasser zugeführt – verliere aber gefühlt die doppelte Menge durch die saunaartigen Bedingungen. Und der Weg zur Gobelwarte zieht sich gewaltig. Als ich sie endlich erreiche komme ich schon ziemlich am Zahnfleisch daher und kann mich kaum noch auf den Beinen halten. Seit dem ich in Perg aufgebrochen bin, sind 7,5 Stunden und knapp 30 Kilometer im wahrsten Sinn des Wortes vergangen. Die letzten 3 km bergab und dann erreiche ich auch schon das Ziel, den Endpunkt, das gelobte Land – Grein. Das große Soda Zitrone im Cafe Blumensträußl zischt runter wie nichts, und dann stehen auch schon meine beiden Cousins auf der Matte um mich abzuholen und ganz „unzufuß“ mit dem Auto nach Hause zu chauffieren.

Füße hochlagern, entspannen und die Eindrücke der letzten Tage genießen. Schön wars.

Tag 7

Der heutige Tag beginnt um 06.00 Uhr früh. Es blitzt und donnert über meinem Hotel „Zum Römer“ in Enns. Ich hab wieder einmal zu wenig geschlafen… bin erst nach Mitternacht ins Bett gekommen. Aber nicht weil ich eventuell lumpen war oder so – nein, ich bin die ganze Zeit vorm Computer gesessen. Ich produziere ein kurzes Guten-Morgen-Video, erhebe mich aus meiner Schlafstatt, unterziehe mich einer Katzenwäsche und begebe mich in den Frühstückssaal wo schon eine Horde holländischer UrlauberInnen über das Buffet hergefallen sind. Die wirklich ausgesprochen nette und freundliche Hotelangestellte muss ganz schön ackern, um den Nachschub zu gewährleisten, was ihr aber perfekt gelingt. Ich selbst arbeite mich Gang für Gang quer durch die Palette von Wurst über Käse, Schinken, Ei, etc… Danach erwarten mich eine Dusche und frische Sachen zum anziehen. Somit bin ich für die Wanderung gerüstet. Nach einer wirklich angenehmen Nacht im Römer und einem Schwätzchen mit der Rezeptionistin ziehe ich von Dannen.

Das Wetter kann sich nicht entscheiden, ob es schön werden, wolkig bleiben oder sich regnerisch gestalten soll. Auf dem Weg zur Fähre nach Mauthausen überholen mich ein paar Radfahrer, kläffen Hunde und kosten mich die warmen Temperaturen und die feuchten klimatischen Bedingungen erste Schweißtropfen. Die Überfuhr ans linke Donauufer ist wenig spektakulär und ich nutze in Mauthausen die Gelegenheit, mich in der hiesigen Apotheke mit Blasenpflastern einzudecken (sehr gescheit, das am vorletzten Tag zu tun). Schnell wird noch eine Postkarte geschrieben und in den Briefkasten eingeworfen und weiter geht es. Auf dem weg unterhalte ich mich mit einem netten älteren Herren, der sich ob meiner Adjustierung (BlauWeiß Linz Dress – natürlich mit Sponsorenbeflockung darauf) fragt, ob das denn eine Werbeaktion sei. Ich verneine und erkläre mich. Auf dem Weg nach Hinterholz schau ich noch in den Soldatenfriedhof rein und im Nu ist auch der Düringer’sche Filmtitel erreicht – genau wie mein erstes Ziel an diesem Tag.

Der Hof von Hans, Maria, ihren Kindern, den Kühen, den Schweinen, den Hühnern und den Katzen. Hans empfängt mich freundlich am Eingang und ich erledige sogleich meine Challenge. Ich hab es natürlich nicht alleine herausgefunden, aber mittlerweile weiß ich, dass es im Bezirk Mauthausen 2 Milchbauern gibt. Den Hof, in dem ich gerade stehe und einen ein paar hundert Meter weiter. Danach bekomme ich eine Führung durch das Gehöft inklusive Stallungen. Kuh- und Kalbstreichelaktionen sind natürlich inkludiert und Hans erzählt mir allerhand interessanter Dinge rund um seine Landwirtschaft. Unglaublich spannend! Nachdem ich auch 2 seiner Söhne kennengelernt habe setzen wir uns gemütlich in den Hof zur Jause mit Brot, hauseigenem Speck und ebensolchem Apfelsaft, Kaffee, Tee und Kuchen, den seine Tochter Eva extra am Vorabend noch gebacken hat. Nebenbei erklärt mir der Zehnjährige noch wie man sich am Besten kreisender Wespen rund um den Tisch entledigt: Man fange die Wespe in einem Glas, sperre eine Fliege dazu und irgendwann erlegt die Wespe die Fliege und dann kann man sie freilassen, da sie sofort mit der Beute in den Stock zurückfliegt. Sehr cool! An dieser Stelle wirklich ganz herzlichen Dank für die geniale und schöne Rast, die ich bei euch verbringen durfte! Das war ein absolutes Highlight auf der gesamten Wanderung!

Das Wetter spielt auch perfekt mit, denn erst als ich mich verabschiede und die ersten Meter hinter mich bringe beginnt es zu regnen – besser gesagt zu schütten. Unbeirrt schreite ich weiter voran um nach einigen Kilometern meine zweite Challenge zu erfüllen. Auf Manfreds Geheiß kehre ich beim Weingut Gmeiner ein und lasse mir seine Weinsorten erklären. Da er auf den Perger Wochenmarkt fahren muss hat er eigentlich keine Zeit für mich – was aber nichts macht, denn wir sehen uns später wieder.

Zwischendurch fotografiere ich noch ein wenig am Weg und erreiche auch bald schon Perg. Beim Abgang vom Friedhof hinunter in die Stadt erwischt es mich aber dann doch. Ich rutsche auf den glatten Stufen aus und lande auf meinem Hinterteil. Nix passiert, auch die Ausrüstung bleibt heil. Im Zentrum angekommen suche ich auch gleich meine heutige Herberge, den Gasthof Manner, auf und werde mit einem Pfiff begrüßt. Ab geht es in das wunderschöne und sehr moderne Zimmer im Neubau zur kleinen Kultivierung zwischendurch, denn ich mache mich gleich wieder auf den Weg zum Perger Wochenmarkt. Dort treffe ich Leo Gmeiner wieder, verkoste seinen Qualitätswein (der mir übrigens ausgezeichnet mundet) und genieße das Flair rund um mich. Nach einer gemütlichen Unterhaltung mit ihm und einer netten älteren Dame geht’s wieder ab aufs Zimmer um die heutigen Fotos ins Internet zu stellen. Ich schone mich ein wenig, absolviere so nebenbei noch 2 Challenges und esse im Manner’schen Gastgarten, der mich total an die Wachauer Gegend erinnert, zu Abend (einen absolut spitzenmäßigen Hausspieß mit Pommes und Gemüse und als Dessert Eispalatschinken – wow, so läßt es sich leben!).

Tag 6

Mein Tag beginnt eigentlich wie ein regulärer Arbeitstag. Aufstehen, ins Büro düsen, Frühstück einkaufen und mal ein Ciabbata (schreibt man das so?) mit Schinkenspeck reinstellen. Bin deswegen ins Büro gefahren, weil dort die Internetleitung turbomäßig ist, und ich noch gleich die Videos der ersten 3 Tage auf dorfTV uploade. Dann noch ausnahmsweise erst heute die Blogzusammenfassung für den gestrigen Tag schreiben – nachdem ich gestern daheim Station gemacht habe, hab ich mir diese abendliche Auszeit gegönnt. Nebenbei versuche ich gleich noch die Situation zu nutzen und Videos zusammenzuschneiden, was aber an der Instabilität des verwendeten open-source-Programm scheitert. Ich beschließe, die Videos am Sonntag fertig zu machen und konzentriere mich schön langsam auf den vor mir liegenden Weg. Ein Tschüss an die ArbeitskollegInnen und raus aus Linz. Gleich nach dem Ortsende gesellt sich der Donausteig für eine Weile zum Brucknerweg, jenem Weg, den Anton Bruckner überlieferterweise immer von St. Florian nach Linz genommen hat.

In St. Florian angekommen führt mich der erste Weg natürlich ins Stift um mir das mal aus der Nähe anzusehen. Erstens schön kühl, und zweitens selbiges ohne kühl. Also alles eh recht nett, aber es drängt mich natürlich weiter Richtung Enns. Am Marktplatz genehmige ich mir noch eine Kugel Bananeneis und denke mir, dass ich die Trinkwasserflasche eigentlich auch in Tillysburg auffüllen kann. Wasser ist wichtig – gerade an so einem Tag. Es ist ziemlich heiß und der Weg führt nicht selten in der prallen Sonne durch Wiesen und Felder. Nach einer Weile des Gehens erreiche ich Tillysburg. Ein sehr schönes Schloss mit angrenzendem Golfplatz. Das ist ja nicht ganz so mein Ding und außerdem ist mein letzter Golfkurs knapp 20 Jahre her, da gehe ich lieber wandern. Aber jetzt kommt die Story:

„Auf schrägen Wegen durch Tillysburg“

Ich schlendere in voller Montur von der Vorderseite des Schlosses Tillysburg über den Parkplatz in Richtung einem Haus, das sich offensichtlich als das Clubhaus herausstellt. Vorbei komme ich an einer Art Trockenübungsplatz vor dem Clubheim wo ein aufgrund seines körperlichen Augenscheins myokardinfarktgefährdeter Mitdreißiger einem Jungspund die richtige Körperhaltung beim Abschlag versucht beizubringen und vorzuzeigen. Großes Kino. Mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen betrete ich das Haus und werde nach in etwa 2 Schritten in diesem Gebäude schon von einer Blondine, die mit Sicherheit seit fünf oder sechs Jahren 29 ist, mit Blicken getötet. Umgehend erspähe ich den Eingang zum Restaurant und husche die paar Stufen hinauf. Gähnende Leere – die High Society hat es sich auf der Terrasse gemütlich gemacht, drinnen ist niemand bis auf 2 Kellner, wobei der eine wahrscheinlich so etwas wie ein Oberkellner ist und der andere sein Untergebener.

Ich starte im leeren Restaurant direkt zur Bar hin – Platz nehmen wollte ich nirgends, denn mir ist schon klar, dass es wohl kaum überschwängliche Freude erregen wird, wenn ich mit meinen verschwitzten Sachen die ach so schönen Sessel besudle. Cirka 2 Meter vor der Theke erkläre ich mich: „Bei euch bekomme ich sicher schnell ein großes Soda-Zitrone“. Der Oberkellner, der mich schon beim Eintreten 3 x von oben bis unten gemustert hat sieht mich ungläubig an und – und das ist die Härte – fragt mich: „Haben Sie etwas mit Golf zu tun, kennen Sie sich aus?“ Wie find ich das denn. Erstens ist es nach meiner bescheidenen Einschätzung völlig irrelevant, ob ich mich wenn ich durstig bin mit Golf auskenne. Zweitens kenne ich mich natürlich damit aus, aber nochmal: wo ist die Relevanz? Und drittens sehe ich wohl kaum aus wie jemand der gerade am 14er-Loch knapp an einem Eagle vorbeigeschrammt aber noch einen Birdie „dakröit“ (ich glaub hochdeutsch würde man schreiben erkreilt, also „gerade noch geschafft“) hat. Nichts desto Trotz antworte ich auf die Frage des Oberkellners mit einem kopfschüttelnden „Nein“. Darauf seine Entgegnung: „Wissen Sie, wir sind kein öffentliches Restaurant hier, wir sind ein Club.“ Soweit mal das, was seine Lippen gesagt haben, sein Körper und sein Gesicht haben eher geklungen nach: „Schleich dich, sowas wie dich wollen wir hier nicht haben“.

Etwas verwundert nehme ich die Situation zur Kenntnis, denke an meine Wasservorräte und schleudere ihm ein „Kann ich mir wenigstens meine Wasserflasche auffüllen?“ entgegen. Nach der zweiten Tötung durch Blicke innerhalb von 5 Minuten entledigt er sich eines „Ja“ und macht sich schnurstracks davon. Etwas verdutzt stehe ich da, setze meinen Rucksack ab, hole meine Wasserflasche heraus und trinke das darin noch befindliche Nass um Platz für neues zu schaffen. Nachdem dies erledigt ist wende ich mich grinsend an den anderen Kellner, der hinter der Theke so tut als sei er beschäftigt, mit den Worten: „Frage, wo krieg ich denn das Wasser her?“. Ein Blick genügt und wir wissen beide, dass wir uns weder unfreundlich noch sonst irgendwie negativ gegenüber stehen. Er nimmt meine Flasche und befüllt sie randvoll mit eiskaltem Wasser aus der Schank. Wir wechseln ein paar Worte; er versucht sich mir gegenüber für das Verhalten seines Oberkellners zu rechtfertigen, ich erkläre ihm, dass ich kein Problem damit habe (weil ja nicht er, sondern der Oberkellner ein Arschloch ist – was ich natürlich nicht sage sondern nur denke), packe mich zusammen und verabschiede mich mit den Worten: „Wünsche dem Herren noch einen angenehmen Tag zu verbringen.“ Grinsend antwortet er noch und ich ziehe weiter. So behandelt man also in diesem Restaurant potenzielle Kunden – sehr sauber!

Und das ergibt schon wieder eine Challenge: ich werde morgen als Nicht-Club-Mitglied mal versuchen einen Tisch in dem Golfplatzrestaurant des Golfclub Linz in Tillysburg zu reservieren – mal schaun ob das möglich ist 😉

Aber weiter im Text. Ich wandere also wieder über Wiesen und Felder, als mich eine Challenge der TIPS-Redaktion erreicht: Grüße an die Community. Also bitte: das ist doch für den aktuellen Coverboy der Linzer Ausgabe keine Herausforderung! Quick and dirty produziert und geht schon…

Ich komme nach Enns und mein erster Weg führt mich auf den Stadtturm. Es ist halb sechs Uhr und natürlich übersehe ich die Warnleuchten, sodass ich genau pünktlich zum Glockenschlag ungefähr 4 Meter Luftlinie unter der Glocke bin. Es ist schön, wenn das Dröhnen wieder nachläßt! Das alles hindert mich aber nicht daran, ganz empor zu steigen und dort noch ein kleines Video zu drehen bevor ich mich dann auf dem Ennser Stadtplatz breitmache und mir ein Eis genehmige.

Und zu allerletzt das romantische Highlight dieses Tages: ich bin auf dem Weg in meine heutige Unterkunft die sich „Zum Römer“ nennt (nebenbei: absolut coole Hütte und äußerst empfehlenswert – mehr dazu auf der Unterkünfte-Seite) und komme an einem Park an der Enns vorbei, wo ein Pärchen, beide so um die 25 gerade am küssen ist. Als ich mich nähere – ich muss da vorbei – haben sie aber ohnehin schon aufgehört und ich frage die beiden: „Ihr könnts mir sicher sagen wo der Römer ist!“ – das war also gar keine Frage sondern eine Feststellung. Antwortet der junge Mann: „Nein leider nicht, wir kennen uns hier auch nicht so aus – ich bin aus Linz und sie ist aus Perg!“ Mah bitte, wie sweet ist denn das? Er aus Linz, sie aus Perg und treffen tun sie sich in der Mitte in einem Park an der Enns. Also ich finde das romantisch.

Und jetzt wird noch das Gute-Nacht-Video aufgenommen und dann heißt es schlafen gehen, weil das coole ist, dass es hier beim Römer schon ab 6.00 Uhr ein Frühstücksbuffet gibt, und ich morgen bald losgehen möchte wegen der Hitze und so…

In diesem Sinne 😉

Bis später!

Tag 5

Ich erwache gut gelaunt und mache mich sogleich im Gasthof „Schwarzer Adler“ auf den Weg in den Frühstücksraum. Neben den 2 obligaten Semmeln beglücke ich meinen Magen auch noch mit einem Frühstücksei. Nach der Dusche und dem Zusammenpacken meines ganzen Krempels veraschiede ich mich vom sehr freundlichen Hauswirten und fülle meine Wasserflasche direkt am Trinkwasserbrunnen vor dem Hotel auf – nicht nur H2O-technisch, sondern auch ästhetisch ein Genuss. Entlang der Donau geht es dann in Fließrichtung weiter bis ich in den Wald abbiege und die erste Steigung beginnt. Verfolgt werde ich zu dem Zeitpunkt von 3 netten Damen, die am „Stamperlweg“ (eine Wanderrunde bei Ottensheim) unterwegs sind. Ich genieße den herrlichen Ausblick zurück auf die Donau, Wilhering, das Kraftwerk und Ottensheim und troote entlang des Weges, der sich primär bergauf durch Wäler und Wiesen schlängelt. Und es wird wärmer. schon nach wenigen Kilometern ist die Wasserflasche fast leer.

Aber das gemeinste ist: Die Beschilderung auf dieser Etappe lässt durchaus zu wünschen übrig. Manchmal sind gar keine Kilometerangaben darauf, dann kommt wieder ein Schild mit der Angabe „Pöstlingberg 1,7 km“ damit man 200m weiter auf ein Schild mit „Pöstlingberg 2,2 km“ trifft. Irgendwer hatte da beim Wegweiseraufstellen wohl nicht ganz den Durchblick… Und natürlich kommt es wie es kommen muss – ich verlaufe mich (was aber weniger an den Schildern liegt sondern mehr an meiner Unfähigkeit die Karte im Reiseführer richtig zu lesen). Nach gefühlten 137 Blicken auf das Kartenmaterial habe ich ungefähr eine Ahnung, wo ich hinmöchte. Naja, ich sehe ja auch die Pöstlingbergkirche schon in etwa 1,5 km Luftlinie vor mir. Ich versuche einen Wanderweg zu finden und frage beim nächsten Bauernhof um Rat. Der dortige Altbauer erklärt mir kurz die Richtung, in der es einen Wanderweg geben sollte – alleine ich finde ihn nicht und finde mich selbst im tiefsten „Holz“ wieder. Das hat man davon, wenn man querfeldein über Wiesen (aber immer nur am Rand!) und durch Wälder streift. Mit dieser Aktion vertrödle ich sicher 1-2 Stunden, bis ich endlich auf einer Forststraße, die sich vor mir aufgetan hat, schreitend wieder einen Wanderweg finde. nun ist die Frage: links oder rechts? Ok, zuerst links, nach 300 Metern macht der Weg eine Kurve weg von meinem Ziel – wieder retour, diesmal in die richtige Richtung und man glaubt es kaum – ich finde mich nach einiger Zeit des Wanderns wieder auf der Mutter aller Wege – dem Donausteig – wieder. Nun denn aber rasch rauf zum Pöstlingberg und nach Linz.

Warum rasch? In Linz angekommen führt mich mein Weg sogleich ins Büro um dort mit einer rasanten Internetverbindung die ersten drei Videos auf Facebook zu stellen. Danach ist Kultivierung angesagt, denn um 18.00 Uhr bin ich zu Gast im FROzine auf Radio FRO 105.0 MHz wo ich mich mit Redakteurin Pamela über meine Wanderung unterhalte. Heute ist Medientag, denn danach geht es gleich weiter zu dorfTV, wo ich als Gast bei Andi Wahl im „Dorfgespräch“ über das alles hier ausführlich Auskunft gebe und erzähle. Und um es kurz zu halten: Danach gehts ab nach Hause und rein ins kuschelige eigene Bettchen! Gute Nacht!

Tag 4

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. So könnte man meine Etappe von Aschach nach Ottensheim zusammenfassen. Wir beginnen um etwa 07:30 Uhr, als ich nach einem ausgesprochen tiefen Schlaf erwache und mit Freuden feststelle, dass meine Füße nur mehr halb so weh tun wie gestern abend – was aber trotzdem noch ziemlich heftig ist. An dieser Stelle sei auch den Vorschlägen der Facebook-Community zur Blasenbehandlung Tribut gezollt und sich dafür bedankt! Ich torkle also zum Frühstücksbuffet und stärke mich für den Tag. Daneben wird natürlich fleißig im Internet der Status vermeldet, Fotos gemacht und im Reiseführer die Strecke des heutigen Tages gecheckt, die mir nebenbei bemerkt gar nicht gefällt! Daher entschließe ich mich dazu, mal hinauf zur Ruine Schaunberg zu wandern und dann weiterzusehen. Nach einer erfrischenden Dusche und dem Zusammenpacken meiner 7 Sachen verlasse ich den Gasthof Sonne in Aschach. Schön wars hier und ich plane zumindest zu einem Abendessen im Restaurant demnächst wiederzukommen. Der Weg führt mich in Richtung Donauleithen – jippiieee, das ist dass letzte Mal, dass ich sie rauf muss – nach der gestrigen Tortur mit „leitn auffi, leitn obi, leitn auffi, usw.“ entlockt mir dieser Gedanke ein kleines Lächeln. Ich nehme zu diesem denkwürdigen Ereignis noch ein kurzes Video auf und stapfe weiter. Doch recht weit komme ich nicht; ich bleibe vor einem Schild stehen auf dem mit fetten Buchstaben „Wanderwerg gesperrt“ prangt. Das hatte ich gestern beim Abendessen im Gasthof Sonne schon vernommen, wollte es aber nicht recht glauben. Hier nun der Beweis. Trotzdem gehe ich weiter in Richtung Donauleiten bis das nächste, gleich lautende Hinweisschild vor mir erscheint. In einem halb verfallenen Häuschen nebenbei höre ich Stimmen. Nicht dass ich verrückt geworden wäre – nein, es steht ein altes Radio im Fenster aus dem der „Fadlfunk“ (wie manche liebevoll Radio OÖ in Anlehnung an Schweinestallbeschallung nennen) tönt. Ums Eck treffe ich einen netten Herren der gerade Holz für den Winter vorbereitet. Auf die Frage wie ernst diese Sperre denn zu nehmen sei, klärt er mich auf, dass ein Sturm einige Bäume über den Wanderweg gelegt hätte und deshalb zu sei. Aber ich könne es ja probieren. Natürlich gehe ich über den gesperrten Weg und erreiche nach einigen kleineren Drüberkraxel- und Drunterschlupfaktionen die Ruine Schaunburg (oder Schaumburg, oder Schaunberg, wie auch immer). Wohl das Highlight dieser Etappe. Absolut eine Reise (oder Wanderung) wert! Ich war da nicht mehr seit der Volksschule und ich war damals, soweit ich mich entsinne, genau so beeindruckt wie heute. Einfach ein ziemlich geiles Teil. Nachdem ich mein Jausensemmerl am Aussichtsturm (in weiser Challenge-Voraussicht kann ich vermelden: 190 Stufen) zu mir genommen habe treffe ich die Entscheidung über den weiteren Verlauf der Tour. Und natürlich schmeiße ich die komplette Etappe um. Warum dies? Nun ja, ich denke, dass das Dahinwandern zwischen Eferding und Wilhering am Donauradweg (also permanent geradeaus auf Asphalt neben der Donau) relativ wenig Sex hat (um in der Sprache unserer Zeit zu bleiben). Deshalb suche ich mir einen interessanteren Streckenverlauf für den verbleibenden Tag aus. Ich bleibe noch am Donausteig bis zur Landerl-Kapelle – der Weg dorthin ist by the way aufgrund sumpfartiger Anwandlungen alles andere als angenehm – um dann den Donausteig zu verlassen und Richtung Skisprungschanze zu pilgern. Wer mich kennt weiß, dass das Wort pilgern hier absolut zutrifft. Und natürlich habe ich das Glück, dass gerade ein Training von Nachwuchsadlern und -adlerinnen stattfindet. Hurra, ich freu mich! Nachdem ich mir das eine Zeit lang angesehen und dabei V-Haltung und Telemark-Landung feinsäuberlich analysiert habe, wandere ich weiter auf meiner selbstgewählten Strecke bis zum Fadingerdenkmal und dann nach Eferding-City. Und natürlich finde ich die Turmfigur (oder Haus- oder Brunnenfigur) nicht, die den nackten Allerwertesten nach Wien zeigt. Challenge also nicht erfüllt! Es fehlt einfach die Zeit, alle historischen Gebäude in Eferding (Schloss, etc.) aufs Genaueste zu untersuchen – es gibt einfach viel zu viel Geschichte in Eferding! Der Tag ist schon fortgeschritten und ich mache mich wieder am Donaustieg – allerdings in verkehrter Richtung – auf den Weg. Mein Ziel lautet Brandstatt – und die Ortskundigen unter den Leserinnen und Lesern werden schon erahnen was das bedeutet. Ja, ich bewältige die Strecke nach Wilhering respektive Ottensheim nicht per pedes sondern per Schiff. Man ziehe mir von den 200 Kilometern etwa 15 ab und das sei mir verziehen. Bin auf den Geschmack gekommen und denke, dass Tagesausflüge mit Schiff und Wanderung am Donausteig eine extrem coole Sache sind! An Bord treffe ich meine Tante – zufälligerweise – und verbringe eine nette Fahrt inklusive Schleusung im Kraftwerk Ottensheim, wo mich nach meiner Dusche im Gasthof zum schwarzen Adler am Ottensheimer Marktplatz auch schon der liebe Christian Pichler im Schanigarten erwartet. Den habe ich vor meiner Wanderung nicht gekannt, aber Facebook hat sich hier wieder mal ausgezahlt und wir sitzen und essen und plaudern. Sehr fein! Nebstbei entdecke ich mich auf der Titelseite der morgigen Ausgabe der Tips – alter Fuchs, das geht ja gar nicht! Bin zwar zu einem kleinen Medienschlamperich mutiert, aber ich weiß nicht, ob ich mich unbedingt als Covermodel eigne… Und so sitze ich noch immer hier und schreibe diesen Blog und freue mich auf morgen, wenn es gen Heimat nach Linz geht (wenn auch nur für einen Zwischenstopp). In diesem Sinne: gute Nacht allerseits!

Tag 3

Hardcore. Das ist das erste Wort das mir einfällt wenn ich nun schon im wunderbaren Gasthof zur Sonne in Aschach mittlerweile liegend an den heutigen Tag und die Etappe von Wesenufer bis hierher zurückdenke. Beginnen wir aber von vorne. Ich erwache noch zu stockdunkler Nacht do gegen 5:00 Uhr früh im „Seminarkultur an der Donau“. Wohl die Aufregung vor der heutigen Etappe. Um 8:00 Uhr geht es dann in den Wintergarten zum Frühstücksbuffet, welches zwar nicht so üppig wie in der Herberge des Vortags ausfällt aber bei Weitem ausreicht, um wohlgestärkt die Königsetappe meiner Donausteigtour zu bestreiten. Und die hat es in sich. Frohen Mutes mache ich mich gegen 09:00 Uhr auf den Weg. Das Wetter am Vormittag ist überraschenderweise sehr angenehm und erzeugt auch eine wunderbare Stimmung im Wald – Wolkenfetzen schweben hin und her zwischen den Bäumen – alleine von diversen Ausblicken und dem Panoramaweg werden solche Bedingungen nicht goutiert. Man sieht nämlich nicht das, was man sehen möchte bzw. erwartet bzw. im Reiseführer steht. Aber schön ist es allemal. Und anstrengend. Donauleiten rauf, Donauleiten runter, Donauleiten rauf, Donauleiten runter – so geht das mehr oder weniger fast den ganzen Tag dahin. Aber nicht so schnell. Mein Mittagessen nehme ich im Gasthof Donauschlinge ein. Der Schweizer Wurstsalat (haben den eigentlich die Schweizer erfunden?) ist ausgezeichnet, aber die Leberknödelsuppe kann mit der vom Vortag niemals mithalten. Erwähnte ich schon, dass es just in dem Moment, als ich das Restaurant betrete ziemlich böse zu regnen beginnt? Viel mehr Sorgen macht mir allerdings – und ich bin durchaus vorsichtig wenns um Klischees oder Allgemeinplätze geht – die Zusammenrottung deutscher Campingtouristen an den Tischen gegenüber. O.k., Kopf schütteln und abhaken. Habe ja auch wichtigeres zu tun, nämlich dem lieben Herrn Tips-Redakteur Jürgen Affenzeller Fotos für die nächste Zeitungsausgabe zu mailen. Dialog zwischen mir und der Bedienung: „Frage, hobts ihr do an Internetzugong“ – „Na sowos homma net, i hob nur mei privates oba des geht do a net gscheit“ Sehr super finde ich das. Nichtsdestotrotz gelingt es mir, die gewünschten Bilder zu übermitteln, was mir allerdings massiv Zeit kostet, sodass ich erst gegen halb 2 aus dem Gasthaus rauskomme und mich bei geöffneten Himmelsschleusen beregenpellerint die Donauleiten hinauf zum Schlögener Blick quäle. Die Wege sind bei diesem Wetter teilweise wirklich nicht unbedingt allerfeinste Sahne. Gatschig, rutschig, morastig, sumpfig, etc. Aber alles halb so wild. Nun kommen wir zu meinem persönlichen Highlight des heutigen Tages: und nein, es ist nicht jene Spinne, die ihr Netz auf Kopfhöhe quer über den Weg gespannt hat und auch nicht der Kollege von der FF Waldkirchen, der freundlich meint: „waunst am vormittog scho brav bist, iss am nochmittog nimma so drawi“. The winner is folgende story: Ich bekomme ein SMS (kommt öfter vor auf meiner Tour) und denke mir aber „Mich leckt’s am Oasch jetz grod“. Etwa 15 Minuten später bleibe ich kurz stehen und krame das Handy hervor. Genau in diesem Moment blinzelt mich ein Feuersalamander vom Boden aus an. Als Stadtkind für mich natürlich eine Sensation. Und natürlich mache ich auch gleich ein Foto. Sehr schön. Auch einige – wie nennt man das – wildlebende (?) Rehe kreuzen hie und da meinen Weg. Wanderer sind allerdings nicht wirklich welche unterwegs – no na net, bei diesem Wetter ist das part of the game. Die letzten 10 Kilometer gehen dann schon wirklich ordentlich rein und Blacky, der Hund auf einem Bauernhof am Weg jagt mir halbwegs einen Schrecken ein – ist aber dann doch ein ganz braver und muss sogar angeleint werden, um mich nicht weiterzubegleiten. Was soll ich sagen – total kaputt erreiche ich aschach und finde mich im Gasthof zur Sonne ein, wo ich jetzt auch dank meiner lieben ehemaligen Arbeitskollegin Claudia ein Zimmer bekommen hab – weil was mit der Reservierung nicht geklappt hat und sie ja Gott und die Welt kennt (so auch die Hauswirtin), und außerdem Danke für die Begrüßung – ja, es hat tatsächlich jemand am Zielort auf mich gewartet, und den Fußlabello, den ich gleich austeste. Womit wir bei meinem Füßen wären – und wie war das bei Forrest Gump (glaub ich): wenn man nichts nettes sagen kann soll man gar nichts sagen. Also kein fußtechnischer Kommentar! Ich hoffe, ich kann morgen wieder gehen!